Kräuterheilkunde

Die Kräuterheilkunde ist zusammen mit der Akupunktur die wichtigste Säule der TCM.
 
Hierbei werden Kräuter in einzigartiger Weise zu Rezepturen zusammen gestellt.
 
Die von uns als Rezepturen bezeichneten Kräuterkombinationen nennt man in China fang ji.
 
Hierbei bezieht sich der Begriff fang auf das Dokument, auf dem die Rezeptur festgehalten wurde und ji auf die Zubereitung und Anwendung der niedergeschriebenen Rezeptur
 
Die Auswahl der Rezepturen und das Zusammensetzen der einzelnen Kräutern folgt Jahrtausende alten Strategien.
 
Die ältesten Rezepturenfunde stammen aus der Qin- und Handynastie, 3. Jahrhundert vor unserer Zeit bis 3. Jahrhundert unserer Zeit.
 
Jedes der im Schnitt 350 Kräuter hat seinen eigenen Wirkort, Thermik, Geschmack, Organ- und Leitbahnzugehörigkeit.
 
Stellt man eine Rezeptur zusammen, berücksichtigt man genau diese Eigenschaften und stimmt die einzelnen Bestandteile der Rezeptur aufeinander ab.
 
Somit gleichen die fertigen fang jis wahren Kompositionen!
Die Strategie der Kräutertherapie folgt den Behandlungsmustern. Das heißt, die Ursachen und die Ausprägungen einer Erkrankung müssen genauestens diagnostiziert werden, damit die Kräuter korrekt ausgewählt werden.
 
Dies setzt eine ausreichende Kenntnis der Symptome als auch der Wirkung der Kräuter voraus.
 
Zu unterscheiden ist die Manifestation einer Erkrankung (biao) sowie ihre Wurzel (ben).
 
Ebenso ob sich die Krankheit im Inneren oder im Äußeren abspielt, ob ihr Hitze oder Kälte zugrunde liegt.
 
Bei akuten Erkrankungen behandelt man zuerst die Manifestation.
Bei chronischen, was im Praxisalltag den weit größeren Teil einnimmt, die Wurzel.
 
Manche Fälle bedürfen einer gleichzeitigen Behandlung von Manifestation und Wurzel.
 
Zur Praxis:
Nach einer gründlichen Anamnese, Zungen-, Puls- und Urinbefund stelle ich eine auf Ihr Beschwerdebild angepasste Rezeptur zusammen.
 
Die Dauer der Behandlung hängt von der Schwere der Symptome ab.
 
Im Laufe der Behandlung werden die Rezepturen auf das Abklingen der Symptome hin verändert.
 
Auch die Darreichungsform, Dekokt aus getrockneten Kräutern oder Granulat, wird individuell entschieden.